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Erst vertikal denken, dann horizontal — nicht andersherum

Vertical Video Produktion

Letzte Woche, Briefing mit einem Kunden aus dem Handel. Er bringt Referenzvideos mit — alles 16:9, schön gefilmt, gute Kamera. Dann fragt er: „Und das können wir dann auch als Reel nutzen, oder?“ Kurze Pause. Dann die ehrliche Antwort: Ja, technisch. Aber gut sieht es nicht aus.

Das ist kein Einzelfall. Es ist fast ein Muster. Und es kostet Unternehmen nicht nur Qualität — es kostet sie Zeit, Geld und Reichweite.

Warum 94 % der Menschen ihr Smartphone vertikal halten

Das klingt nach einer trivialen Beobachtung. Ist es nicht. Wer ein Video produziert, das für 16:9 gebaut wurde, und es dann für Instagram Reels, TikTok oder YouTube Shorts verwendet, schneidet entweder wichtige Bildinhalte weg oder fügt schwarze Balken ein. Beides funktioniert algorithmisch schlechter — und sieht aus wie ein Nachgedanke. Weil es einer ist.

Laut aktuellen Erhebungen Laut ARD/ZDF-Medienstudie nutzten 2025 bereits 72 Prozent der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren ein Smartphone; Videos oder Stories in sozialen Medien wurden von 42 Prozent mindestens wöchentlich genutzt (ARD/ZDF-Medienstudie). halten Menschen ihr Smartphone zu rund 94 % vertikal. Das bedeutet: Der Standard-Konsumkontext für Video ist 9:16. Nicht als Ausnahme. Als Normalfall.

Für uns bei Outreel heißt das seit einer Weile: Wir fangen jeden Dreh mit der Frage an, wo das Video am Ende lebt. Nicht mit dem Format. Mit dem Kontext.

confused thinking

Vertical Video Produktion: Was sich verändert hat

Noch vor zwei Jahren war das Gespräch einfach: Reels und TikToks sind vertikal, alles andere ist horizontal. Fertig. Diese Trennung gibt es nicht mehr.

Vertikale Formate wandern gerade aktiv von Social Media auf Landingpages, in E-Mail-Kampagnen, auf Produktseiten und in Messemodule. Marken wie OBI oder Phantasialand denken Video nicht mehr in Silos — ein Imagefilm hier, ein Reel da. Sie denken in Ökosystemen. Das heißt: Ein Drehtag produziert Material für fünf Kanäle. Und das geht nur, wenn du vertikal planst.

Was wir in der Praxis gelernt haben: Wenn du horizontal drehst und danach für 9:16 nachschneidest, verlierst du fast immer etwas. Entweder Komposition, oder Text, oder das Gesicht der Person im Interview. Der nachträgliche Crop ist kein Formatwechsel — er ist ein Qualitätsverlust.

Anders herum funktioniert es. Ein 9:16-Dreh lässt sich fast immer sauber auf 16:9 oder 1:1 anpassen, weil du Spielraum hast. Du schneidest Rand weg, keine Information.

Team of two professionals video editing in a modern setup with dual monitors.

Wann horizontales Video noch sinnvoll ist

Hier ist die ehrliche Wahrheit: 16:9 ist nicht tot. Es hat nur seinen Platz verloren als Default.

Horizontales Format macht Sinn bei:

  • YouTube Long-Form — Tutorials, Dokumentationen, Behind-the-Scenes über 3 Minuten. Der YouTube-Hauptfeed ist und bleibt horizontal.
  • Website-Hero-Videos — Vollbild-Banner auf Desktop laufen in 16:9. Hier ist das Querformat das native Erlebnis.
  • Messe und Event-Screens — Monitore, Präsentationswände, Leinwände. Alles horizontal.
  • Imagefilme für Investoren und Pressekonferenzen — Wenn das Video primär im Sitzungssaal oder auf einem Beamer läuft, ist 16:9 richtig.

Das sind aber Ausnahmen. Oder besser gesagt: Das sind spezifische Kontexte, keine Defaults. Der Default 2026 ist vertikal.

Muss ich dann doppelt drehen?

Nein. Das ist der häufigste Einwand — und er kommt aus einer falschen Vorstellung davon, wie moderne Videoproduktion funktioniert. Du brauchst keine zwei Drehtage für zwei Formate. Du brauchst eine Produktionsstrategie, die von Anfang an beide Formate mitdenkt. Das bedeutet: Bildausschnitte planen, Kameraposition anpassen, Texteinblendungen im sicheren Bereich halten. Ein Drehtag, mehrere Formate. Das ist kein Trick — das ist Planung.

Wir machen das bei jedem Projekt so. Egal ob Eventdokumentation, Reel-Paket oder Imagefilm für Social. Die Frage ist nicht „vertikal oder horizontal“ — die Frage ist: Wo lebt dieses Video, und was braucht der Kontext?

Vertical First als strategische Entscheidung

Der Shift, den wir gerade beobachten, ist größer als ein Formattrend. Er verändert, wie Budgets aufgeteilt werden, wie Briefings geschrieben werden und was eine Videoproduktion am Ende liefern muss.

Unternehmen, die heute noch horizontal planen und vertikal nachschneiden, werden merken, dass sie systematisch schlechtere Ergebnisse bekommen — nicht weil die Idee schlecht ist, sondern weil das Format gegen den Kontext arbeitet. Der Algorithmus bemerkt es. Die Zuschauenden bemerken es. Und die Conversion bemerkt es auch.

Wenn du deine nächste Videoproduktion planst und nicht sicher bist, welches Format für welchen Kanal richtig ist — genau das ist das erste Gespräch, das wir bei Outreel führen. Nicht über Kamera oder Schnitttechnik. Über Kontext. Wer das richtig macht, braucht keine doppelten Drehtage und kein doppeltes Budget. Mehr dazu, wie wir das in der Praxis umsetzen, findest du auf unserer Seite zur Reels Agentur.

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